Auf einem weißen Hintergrund, sind fünf beige Flecken eingezeichnet. Auf und zwischen diesen Flecken sind vielen kleine Menschen gezeichnet, die sich sportlich betätigen  bzw. sich bewegen. Dekorativ wurden ebenfalls ein paar Bäume gezeichnet.

Bewegungskoordinierende in Hessen: Zweites Austauschtreffen 2026

Das zweite Treffen der Bewegungskoordinierenden in diesem Jahr widmete sich den aktuellen Entwicklungen in den Modellregionen sowie dem Schwerpunktthema Bewegungsförderung im öffentlichen Raum. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt statt.

Zweimal im Jahr treffen sich die Bewegungskoordinierenden zum überregionalen Austausch. Ziel der Treffen ist es, voneinander zu lernen, aktuelle Entwicklungen zu reflektieren und Impulse für die Bewegungsförderung in den Kommunen zu gewinnen. Das zweite Treffen 2026 fand in den Räumlichkeiten des Landkreises Gießen statt, Gastgeberin war die Bewegungskoordinatorin des Landkreises Lara-Sophie Götz.

Teilgenommen haben neben den Bewegungskoordinierenden Vertreter*innen des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG), des Landessportbundes Hessen e. V. (LSBH), der Sportjugend Hessen sowie der Programmunterstützung des Landesprogramms bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE). Ergänzt wurde die Runde durch Referentinnen, die am Nachmittag hinzukamen, um Praxisbeispiele vorzustellen.

Bericht aus den Modellregionen

Der Tag stand im Zeichen des kollegialen Austauschs zwischen den Bewegungskoordinierenden. Neben aktuellen Berichten aus dem HMFG, dem LSBH und der HAGE wurde über Entwicklungen, Erfolge, Herausforderungen und aktuelle Arbeitsschwerpunkte in den Modellregionen berichtet.

Positiv hervorgehoben wurden insbesondere erfolgreich umgesetzte Projekte, gewachsene Netzwerke sowie regelmäßige Austauschformate mit anderen Ressorts und Akteurinnen und Akteuren. Durch die stärkere und kontinuierliche Vernetzung mit weiteren Akteuren werden Schnittstellen sichtbarer und können gezielter für die gemeinsame Arbeit genutzt werden. Herausforderungen bestehen vor allem auf struktureller Ebene, etwa durch begrenzte Budgets, bürokratische Prozesse, personelle Ressourcen sowie die notwendige Priorisierung von Projekten innerhalb der verfügbaren Arbeitszeit. Mit Blick auf 2027 stehen nun die Fortführung oder der Abschluss bestehender Projekte sowie die Konkretisierung und Planung neuer Vorhaben an.

Der Mehrwert des Austauschs

Das Treffen zeigte, wie wertvoll der überregionale Austausch für die Bewegungsförderung ist. Denn viele Kommunen stehen vor ähnlichen Herausforderungen – ob in Bezug auf Strukturen, Zielgruppen oder Ressourcen. Der Blick über die eigene Region hinaus eröffnet neue Perspektiven und ermöglicht, bewährte Ansätze anderer Regionen zu adaptieren.

Der persönliche Austausch stärkt die Vernetzung und gegenseitige Unterstützung, inspiriert und gibt neue Impulse für die eigene Arbeit.

Bewegungsförderung im öffentlichen Raum

Am Nachmittag stand die Bewegungsförderung im öffentlichen Raum im Mittelpunkt. Drei Beispiele guter Praxis zeigten unterschiedliche Zugänge – von ressortübergreifender Quartiersarbeit über ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot in der Natur bis hin zu Beteiligungsprozessen bei der Gestaltung öffentlicher Räume.

  • Referentin: Petra Kraus, Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege

Petra Kraus stellte den Leitfaden „Bewegungsförderung im öffentlichen Raum“ vor, der im vierten Arbeitskreis des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt erarbeitet wurde. Der Leitfaden soll Kommunen bei der bewegungsfördernden Gestaltung öffentlicher Räume unterstützen und bietet hierfür praxisnahe Anregungen, Orientierungshilfen und Checklisten für die Planung und Umsetzung. Er liegt inzwischen in der finalen Version vor und soll voraussichtlich im November 2026 veröffentlicht werden.

  • Referierende: Christian Endres, Quartiersbüro Mannheim-Schönau, Caritasverband Mannheim e. V., und Marlene Nachtwey, Pädagogische Hochschule Heidelberg

Ein zentrales Anliegen bildeten die ressortübergreifende Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Planungsgruppe sowie die Beteiligung der Menschen im Quartier. Dabei wurde deutlich, wie wichtig abgestimmte Zuständigkeiten und unterschiedliche fachliche Perspektiven für die Umsetzung sind.

  • Referent: Markus Stiehl, Laubach Tourismus und Service GmbH sowie Laubacher Kultur und Bäder gGmbH

Das Praxisbeispiel zeigte, wie ein niedrigschwelliges, kostengünstiges und wohnortnahes Bewegungsangebot in der Natur umgesetzt werden kann. Im Fokus standen dabei Planung, Zusammenarbeit mit relevanten Stellen und die langfristige Nutzung des Pfades.

  • Referentin: Dipl.-Des. Janina Albrecht, Mobilitäts- und Produktdesignerin

Anhand verschiedener Projekte wurde gezeigt, wie Bürgerinnen und Bürger in die Gestaltung öffentlicher Räume einbezogen werden können. Einen Schwerpunkt bildeten dabei unterschiedliche Beteiligungsformate und die Frage, wie öffentliche Räume gemeinsam mit den späteren Nutzerinnen und Nutzern entwickelt werden können.

In der anschließenden Diskussion ging es vor allem um Erfolgsfaktoren für bewegungsfördernde öffentliche Räume. Thematisiert wurden unter anderem die zielgruppengerechte Ansprache und Beteiligung, transparente Kommunikation sowie die Bedeutung klarer Zuständigkeiten, damit Projekte kontinuierlich weiterentwickelt werden. Wie die Erfahrung der Referierenden zeigte, kann zudem die regelmäßige Bespielung neu geschaffener Bewegungsorte dazu beitragen, deren Nutzung und die Identifikation mit dem Ort langfristig zu stärken.

Darüber hinaus ging es um innovative Zugänge und eine bedarfsgerechte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen: So können Kinder beispielsweise über spielerische Rallyes mit Quartiers-Stadtplänen eingebunden werden; andere Gruppen lassen sich niedrigschwellig und anonym über im Quartier aufgestellte Mitmach-Tafeln erreichen, an denen Passantinnen und Passanten ihre Bedürfnisse anpinnen können; wiederum andere Zielgruppen, etwa ältere Menschen, werden gezielt über klassische Medien wie Zeitungen angesprochen.

Außerdem wurden die Zusammenarbeit verschiedener Ressorts und Akteurinnen und Akteure sowie der konstruktive Umgang mit Hemmnissen bei der Umsetzung diskutiert.

Organisation

Die Qualifizierung und das Austauschtreffen wurden durch die Programmkoordinierung für das Landesprogramm SPORTLAND HESSEN bewegtÖffnet sich in einem neuen Fenster organisiert. Sie ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) angesiedelt und wird vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) gefördert.

Vor dem Hintergrund des komplexen und breiten Aufgabenfeldes der Bewegungskoordinierenden organisiert die Programmkoordinierung für das Landesprogramm in regelmäßigen Abständen Austauschtreffen und Qualifizierungsangebote für die Bewegungskoordinierenden, um sie in ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützen.