Auf einem weißen Hintergrund, sind fünf beige Flecken eingezeichnet. Auf und zwischen diesen Flecken sind vielen kleine Menschen gezeichnet, die sich sportlich betätigen  bzw. sich bewegen. Dekorativ wurden ebenfalls ein paar Bäume gezeichnet.

Qualifizierung für Bewegungskoordinierende und 1. Austauschtreffen 2026

Die diesjährige Qualifizierung befasste sich mit dem Thema „Fit für den Ganztag“ und fand zugleich als erstes Austauschtreffen der Bewegungskoordinierenden 2026 statt: Im Fokus standen der Hessische Bewegungscheck 2.0., dessen Umsetzung sowie Bewegungsangebote und Kooperationsmöglichkeiten im Kontext Schule und Ganztag. Die Veranstaltung wurde im Rahmen von SPORTLAND HESSEN bewegt durchgeführt.

Am 05. und 06. Mai 2026 kamen die hessischen Bewegungskoordinierenden zum Qualifizierungs- und Austauschtreffen zusammen. Ziel der Veranstaltungstage war es, fachliche Impulse zur Bewegungsförderung im schulischen Kontext zu vermitteln, bestehende Kooperationen weiterzuentwickeln und den Austausch zwischen den Modellregionen zu stärken.

Tag 1: Qualifizierung „Fit für den Ganztag – Der Hessische Bewegungscheck 2.0 in der Praxis“

Die Qualifizierung stand unter dem Thema „Fit für den Ganztag – Der Hessische Bewegungscheck 2.0 (HBC) in der Praxis und weitere Angebote für mehr Bewegungsförderung in der Schule“. Im Mittelpunkt standen Ziele, Inhalte und Einsatzmöglichkeiten des HBC sowie erste Überlegungen zur praktischen Umsetzung in Schule und Ganztag. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Vernetzung der Bewegungskoordinierenden mit den Schulsportkoordinierenden.

Der Hessische Bewegungscheck ist eine motorische Testung für Kinder im Grundschulalter. Ziel ist es, die motorischen Fähigkeiten frühzeitig zu erfassen, individuelle Förderbedarfe zu erkennen und Kinder für mehr Bewegung sowie passende Sport- und Bewegungsangebote zu begeistern. 

Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) und das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen (HMKB) entwickeln den Hessischen Bewegungscheck derzeit gemeinsam mit relevanten Akteurinnen und Akteuren weiter. Im Rahmen der Neuauflage des Programms wird das bisherige Testverfahren auf den Deutschen Motorik-TestÖffnet sich in einem neuen Fenster (DMT) umgestellt; die wissenschaftliche Begleitung übernimmt künftig das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

An dem Treffen nahmen neben den Bewegungskoordinierenden und zwei Schulsportkoordinierenden Vertretungen von folgenden Institutionen teil: der Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung (ZFS), dem Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG), dem Landessportbundes Hessen e. V. (LSBH), der Sportjugend Hessen (SJH) sowie der Programmunterstützung des Landesprogramms bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE).

Inhalte

  • Referent: Alexander Jordan – Hessische Lehrkräfteakademie, Dezernat II.5: Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung (ZFS), Dezernatsleitung

Zum Einstieg gab Alexander Jordan einen fachlichen Einblick in den HBC und dessen neue Umsetzungslogik. Thematisiert wurden unter anderem das neue Testverfahren (Deutscher-Motorik-Test), Potenziale und Zielsetzungen des HBC, der geplante Umsetzungsprozess zur Einführung, die Anbindung an Schulen und Praxismodelle der Testdurchführung, sowie Aufgaben und Rollen der beteiligten Akteure.

  • Referierende: 
    Christian Sorg – Staatliches Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, Kooperationsverbund Mitte, Lehrkraft und Schulsportkoordinator
    Petra Kraus – HMFG, Abt. III.3, Referentin und Geschäftsstelle des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt

Anschließend wurden die Rollen und Schnittstellen von Bewegungskoordinierenden und Schulsportkoordinierenden im Kontext Schule und Ganztag vorgestellt. Christian Sorg und Petra Kraus zeigten bestehende Berührungspunkte sowie mögliche Aufgaben im Hessischen Bewegungscheck und seinen Anschlussangeboten auf. Die Vorstellung diente zugleich als Einstieg in eine Gruppenarbeitsphase, die sich mit der Stärkung der Kooperation vor Ort befasste.

Das Austauschformat diente dazu, erfolgreiche Ansätze sichtbar zu machen, Synergien zu identifizieren und die Zusammenarbeit zwischen Schule, Kommune und organisiertem Sport weiter zu stärken. Im Austausch wurden bestehende Projekte, Kooperationsmöglichkeiten und Schnittstellen im schulischen Ganztag diskutiert.

Deutlich wurde, dass bereits einige Kooperationsformate zwischen Schulen, Schulsportkoordinierenden, Bewegungskoordinierenden und weiteren relevanten Partnerinnen und Partner im Bereich Sport und Bewegung bestehen: etwa Bewegungsprojekte im Ganztag, Qualifizierungsangebote und kommunale Bewegungsinitiativen. Herausfordernd sind unter anderem fehlende personelle Ressourcen, der Mangel an Übungsleitenden, Unsicherheiten hinsichtlich Zuständigkeiten sowie organisatorische Fragen im Ganztag.

  • Referenten:
    Alexander Jordan – Hessische Lehrkräfteakademie, Dezernat II.5: Zentralstelle für Schulsport und Bewegungsförderung, Dezernatsleitung
    Tim Döring – Sportjugend Hessen, Referatsleitung Bewegungsförderung und internationale Jugendarbeit

Die Referenten stellten ergänzende Angebote zur Bewegungsförderung im Ganztag vorgestellt. Dazu zählten erste Ansätze zu Anschlusskonzepten rund um den HBC, Qualifizierungsangebote für Ganztagsfachkräfte sowie Perspektiven für niedrigschwellige Bewegungsangebote im schulischen Kontext.

Abschließend konnten die Teilnehmenden den HBC in der Sporthalle praktisch erproben und Materialien kennenlernen. Christian Sorg und Silke Malkus (Schulsportkoordinierende) leiteten die Teilnehmenden durch die einzelnen Übungen des Hessischen Bewegungschecks. Die Praxisphase bot Raum für Rückfragen, Reflexion und Austausch zu möglichen Umsetzungsfragen vor Ort.

Gruppenbild von Erwachsenen in Sportbekleidung in einer Turnhalle
Der Hessische Bewegungscheck 2.0. wird in der Sporthalle des Landessportbundes Hessen e. V. erprobt.

Tag 2: Austauschtreffen

Der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen der Vernetzung und des Wissenstranfers.

Aktuelle Runde – Bericht aus den Modellregionen

Im Rahmen der „Aktuellen Runde“ berichteten die Bewegungskoordinierenden über die Highlights aus ihrer kommunalen Arbeit, aktuelle Herausforderungen und Planungen für die kommenden Monate.

Zu den positiven Entwicklungen zählten unter anderem die dauerhafte Verstetigung der Bewegungskoordinierenden-Stelle in Gießen sowie erfolgreiche Förderzusagen zur Weiterentwicklung der kommunalen Bewegungsförderung. 

Darüber hinaus berichteten die Bewegungskoordinierenden aus den Modellregionen von einer Vielzahl erfolgreich umgesetzter Projekte – darunter Sport- und Aktionstage, inklusive Bewegungsangebote, Qualifizierungsmaßnahmen, Kooperationen mit Kindertagesstätten, Schulen und Sportvereinen sowie neue Bewegungsangebote im öffentlichen Raum. 

Auch die zunehmende Vernetzung mit kommunalen Akteurinnen und Akteuren sowie die wachsende Sichtbarkeit der Bewegungskoordinierenden in den Modellregionen wurden als wichtige Entwicklungen hervorgehoben.

Als zentrale Herausforderungen nannten die Bewegungskoordinierenden die langfristige Sicherung von Fördermitteln sowie Personalressourcen. In einigen Modellregionen besteht weiterhin die Aufgabe, die Bedeutung der Bewegungsförderung gegenüber politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern deutlicher zu vermitteln. 

Erschwerend wirken zudem verzögerte Haushaltsbeschlüsse, begrenzte personelle Kapazitäten sowie die Abhängigkeit von Förderprogrammen und externen Finanzierungsquellen. 

Als weitere Herausforderungen wurden unterschiedliche kommunale Rahmenbedingungen, die Priorisierung vielfältiger Aufgaben sowie der kontinuierliche Aufbau und die Pflege von Kooperationsstrukturen benannt.

Für die kommenden Monate sind in den Modellregionen zahlreiche Veranstaltungen, Bewegungsaktionen und Qualifizierungsmaßnahmen geplant. Neben der Weiterentwicklung bestehender Projekte stehen insbesondere Kooperationen mit Schulen, Kindertagesstätten und Sportvereinen sowie Maßnahmen zur nachhaltigen Verankerung von Bewegungsförderung in den kommunalen Strukturen im Mittelpunkt.

Informationen zu den einzelnen Modellregionen sind auf der Projektseite der Bewegungskoordinierenden in den jeweiligen Steckbriefen abrufbar

Offenes World-Café

Im World-Café wurden aktuelle Fragen der Bewegungskoordinierenden diskutiert. Schwerpunkte waren der Erfahrungsaustausch zum HBC, Rückmeldungen zum Qualifizierungstag sowie Wünsche zu zukünftigen Austauschformaten. Ziel war es, aktuelle Bedarfe aufzugreifen und die Zusammenarbeit im Netzwerk gemeinsam weiterzuentwickeln.

Impulsgeber Bewegungsförderung: Beratungsangebot der HAGE

  • Referent: Felix Weber – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE)

Felix Weber stellte das Beratungsangebot zum „Impulsgeber Bewegungsförderung“ der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) vor. Das Angebot unterstützt Kommunen dabei, Bewegungsförderung strategisch weiterzuentwickeln und gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen vor Ort zu schaffen.

Fazit

Die beiden Veranstaltungstage machten erneut deutlich, welchen Mehrwert die hessenweite Vernetzung der Bewegungskoordinierenden bietet: Fachlicher Input, kollegialer Austausch und gemeinsame Reflexion schaffen wichtige Grundlagen, um Bewegungsförderung in den Kommunen nachhaltig weiterzuentwickeln.

Organisation

Die ProgrammunterstützungÖffnet sich in einem neuen Fenster für das Landesprogramm SPORTLAND HESSEN bewegt organisierte die Veranstaltung. Die Programmunterstützung ist bei der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAGE) angesiedelt und wird aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege finanziert.

Vor dem Hintergrund des komplexen und breiten Aufgabenfeldes der Bewegungskoordinierenden organisiert die Programmunterstützung in regelmäßigen Abständen Austauschtreffen und Qualifizierungsangebote für die Bewegungskoordinierenden, um sie in ihrer Arbeit bestmöglich zu unterstützen.

Eine Übersicht der thematischen Schwerpunkte aller bisherigen Austauschtreffen und Qualifizierungen finden Sie auf der weiter unten verlinkten Projektseite zu den Bewegungskoordinierenden.

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