Erwachsene Menschen machen gemeinsam Sport im Grünen

Öffentlicher Raum

Relevanz des öffentlichen Raums als Bewegungsort

Der öffentliche Raum ist ein Schlüsselsetting für alltagsnahe Bewegungsförderung, da er kostenfrei zugänglich ist und – richtig gestaltet – allen Bevölkerungsgruppen Bewegung ermöglicht. Gerade für Menschen ohne Zugang zu Sporteinrichtungen oder Vereinsangeboten bietet er Raum für spontane Aktivität, Begegnung und soziale Teilhabe. Da viele Menschen einen Großteil ihres Alltags in oder durch den öffentlichen Raum verbringen, ist er eine zentrale Umsetzungsebene kommunaler Gesundheitsförderung und ein bedeutender Standortfaktor für Kommunen.

Argumente & Evidenz

Gleichberechtigter Zugang: Bewegungsförderung im öffentlichen Raum erreicht alle – unabhängig von Einkommen, Alter oder Herkunft – und stärkt so Teilhabe und Chancengleichheit.

Bewegung im Alltag ermöglichen: Ortsnahe, niederschwellige Bewegungsanreize – z. B. durch Parks, Wege, Spielplätze oder Bewegungsparcours.

Soziale Interaktion und Lebensqualität: Bewegungsräume im öffentlichen Raum fördern Begegnung, Austausch und ein positives Miteinander – besonders in verdichteten Stadtquartieren.

Ergänzung institutioneller Angebote: Der öffentliche Raum erweitert bestehende Bewegungssettings (z. B. Schule, Verein) und schafft Freiräume für eigenverantwortliche Aktivität.

Attraktivitätssteigerung, Standortfaktor und Stadtentwicklung: Bewegungsfreundliche Gestaltung steigert die Lebensqualität, stärkt die Quartiersidentität und verbessert die Standortattraktivität.

Gesundheitsförderung und Klimaanpassung: Mehr Grün, Trinkgelegenheiten, Schattenplätze und Sitzmöglichkeiten verbessern Aufenthaltsqualität, fördern Bewegung und schützen insbesondere vulnerable Gruppen vor klimabedingten Belastungen.

Jedes sechste Todesopfer im Straßenverkehr 2024 war mit dem Fahrrad unterwegs (2025), Pressemitteilung des statistischen Bundesamts: Link zur PressemittelungÖffnet sich in einem neuen Fenster, inkl. UnfallatlasÖffnet sich in einem neuen Fenster als Übersicht

Positionspapier "Gesund unterwegs: Aktive Mobilität als Gesundheitsressource" (2025), Robert Koch-Institut (RKI) und Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) Link zum PositionspapierÖffnet sich in einem neuen Fenster

Daten der Gesundheitsberichterstattung zur Verkehrsmittelnutzung, RKI Link zu den DatenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Fahrrad-Monitor Hessen, Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) Fahrrad-Monitor HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Gesundheit und Fahrradfahren, Mobilitätsforum Bund des Bundesamtes für Logistik und Mobilität Zur ThemenseiteÖffnet sich in einem neuen Fenster

Handlungsfelder & Impulse

Bewegungsfreundliche Stadt- und Raumplanung: Gestaltung von Wegen, Plätzen und Grünflächen mit Fokus auf sichere, attraktive und bewegungsfördernde Nutzung für alle Altersgruppen.

Zugänglichkeit und Barrierefreiheit sicherstellen: Beseitigung baulicher Barrieren (z. B. Absenkung der Bordsteine an relevanten Stellen, Leitsysteme, Wechsel des Bodenbelags u. v. m.), ausreichende Sitz- und Ruhebereiche, Wasserspender, zugängliche Toiletten und Wickelmöglichkeiten – auch in Hinblick auf die alternde Bevölkerung.

Klimasensible Gestaltung: Begrünung, Schattenplätze, Wasserstellen und kühlende Aufenthaltsorte zur Förderung von Bewegung auch bei Hitze – insbesondere für ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Gruppen.

Aktive Mobilität stärken: Sicherer Fuß- und Radverkehr durch gute Wegeführung, Beleuchtung, Fahrradabstellmöglichkeiten und Mobilitätsstationen.

Nutzung vorhandener Infrastrukturen: Öffnung von Schulhöfen, Bolzplätzen und Grünanlagen außerhalb der Nutzungszeiten für freie Bewegungsaktivität.

Niedrigschwellige Bewegungsinitiativen: Einrichtung von kostenfreien Treffpunkten (z. B. Gehgruppen, Bewegungsparcours) oder Leihangeboten (z. B. Sportgeräte, Lastenräder).

Kooperative Gestaltung: Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Planungsträgern an der Entwicklung bewegungsfreundlicher Orte zur Steigerung der Akzeptanz und Nutzung.

Übersichtsseiten „Sport im FreienÖffnet sich in einem neuen Fenster" undKlima, Gesundheit und SportÖffnet sich in einem neuen Fenster(2025), Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB): Umfassende Informationen, praktische Tipps und Checklisten

Nahmobilitätsstrategie für Hessen (2024): Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum (HMWVW): Nahmobilitätsstrategie HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster)

Musterlösungen und Qualitätsstandards für Nahmobilität in Hessen, Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) / HMWVW: Bauliche, gestalterische und organisatorische QualitätsstandardsÖffnet sich in einem neuen Fenster

Dritte Orte: Begegnungsräume in der altersfreundlichen Stadt (2023), Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Körber-Stiftung: Informationen mit Fokus auf Alltagsbewegung und MobilitätÖffnet sich in einem neuen Fenster

Bewegung in der Stadt – Räume der Bewegung und des Spiels (2022), Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB): Praxisbeispiele mit Anregungen für die Gestaltung von BewegungsarealenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (NEBB) (2017), Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): BewegungsempfehlungenÖffnet sich in einem neuen Fenster, inkl. KurzversionÖffnet sich in einem neuen Fenster

Leitfaden zur Erarbeitung Integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte (ISEK) in der Sozialen Stadt (2016), Servicestelle HEGISS LeitfadenÖffnet sich in einem neuen Fenster mit verschiedenen Handlungsfeldern, darunter auch Kultur, Freizeit und Sport

Projekt- und Maßnahmendatenbank SPORTLAND HESSEN bewegt: Wie sagt man so schön? "Man muss das Rad nicht neu erfinden". In dieser Projektdatenbank mit Filteroptionen und Suchfunktion werden zahlreiche Maßnahmen, Projekte und Angebote im Themenfeld Bewegungsförderung eingepflegt:Link zur ProjektdatenbankÖffnet sich in einem neuen Fenster des Landesprogramms

Projektsammlung des Impulsgebers Bewegungsförderung: Die Projektsammlung bietet einen Katalog systematisch recherchierter, nationaler Maßnahmen der kommunalen Bewegungs­förderung für ältere Menschen aus der Praxis, inkl. verschiedener Filteroptionen: Link zur ProjektsammlungÖffnet sich in einem neuen Fenster

Förderung & Akteure

Bildungsakademie des Landessportbundes Hessen e.V. (lsb h): Fortbildungen im Bereich Outdoor-Fitness oder Bewegungstreffleiterschulungen in Kooperation mit dem Hessischen Turnverband (HTV) (in Planung).

Förderdatenbank SPORTLAND HESSEN bewegt: Datenbank mit Filteroptionen und Suchfunktion mit einer Vielzahl von landesweiten als auch bundesweiten Fördermöglichkeiten für das Themenfeld der Bewegungsförderung, die bei der Entwicklung von neuen Maßnahmen berücksichtigt werden können: Link zu Förderdatenbank des LandesprogrammsÖffnet sich in einem neuen Fenster

Landessportbund Hessen e. V. (lsb h): Zentrale Anlaufstelle für Vereine und Kommunen mit vielfältigen Programmen zur Bewegungsförderung im öffentlichen Raum (z. B. Sport im Park), Qualifizierungen, Beratung und Projektbegleitung: Link zur Website des lsb hÖffnet sich in einem neuen Fenster

Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH): Unterstützt Kommunen mit praxisnahen Leitfäden, Qualitätsstandards und Förderprogrammen bei der Planung und Umsetzung von fuß- und radverkehrsfreundlicher Infrastruktur: Link zur AGNH-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster

Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement: Zuständig für Infrastrukturplanung und Umsetzung im Bereich Straßenraum – wichtige Rolle bei Geh- und Radwegeplanung sowie der barrierefreien Gestaltung öffentlicher Räume: Link zur Hessen Mobil-WebsiteÖffnet sich in einem neuen Fenster

Übersicht der Fach- und Lotsenstellen auf kommunaler Ebene in Hessen mit Schnittmengen zum Thema Bewegungsförderung, z.B. BewegungskoordinierendeÖffnet sich in einem neuen Fenster (SPORTLAND HESSEN bewegt) und NahmobilitätskoordinierendeÖffnet sich in einem neuen Fenster (AGNH, HMWVW): Link zur Übersicht koordinierender Stellen in HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Sportkreise/-vereine: Gestalten wohnortnahe Bewegungsangebote, setzen Projekte und Bewegungsaktionen um und sind wichtige Partner für kommunale Kooperationen zur Bespielung öffentlicher Flächen: Link zur Website des lsb hÖffnet sich in einem neuen Fenster

Sportämter: Koordinieren sport- und bewegungsbezogene Angebote auf kommunaler Ebene, unterstützen bei der Nutzung öffentlicher Flächen und treiben Kooperationen zwischen Verwaltung, Vereinen und Zivilgesellschaft voran.

Grünflächenämter: Verwalten und gestalten Parks, Spielplätze und Freiflächen – wichtige Partner bei der Umsetzung bewegungsfreundlicher Infrastrukturen im öffentlichen Raum.

Stadtplanungsämter: Entwickeln strategische Konzepte zur Stadtentwicklung – relevant für die langfristige Einbindung bewegungsförderlicher Elemente in Quartiere, Parks und Mobilitätsachsen.

Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Brennpunkte Hessen e.V.: zentraler Ansprechpartner insbesondere im Kontext von sozialer Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit: Link zur Website der LAGÖffnet sich in einem neuen Fenster

Netzwerktreffen des Landesprogramms SPORTLAND HESSEN bewegt: die digitalen Netzwerktreffen bieten Raum für Austausch sowie aktuelle Impulse zu Lebensphasen, Praxisbeispielen, Projekt-Updates und Fördermöglichkeiten Link zu den Netzwerken des LandesprogrammsÖffnet sich in einem neuen Fenster